Unterschiedliche Kulturen bringen Unterschiede in die Sprache
– Gastbeitrag –
Die Sprache ist immer auch Ausdruck der jeweiligen Kultur, oder anders ausgedrückt: die Kulturen werden durch ihre Sprache erst lebendig. Als „Lebenselixier“ verleiht die Sprache einer Kultur die Extraportion Vitalität.
Nur mit ausreichenden Sprachkenntnissen gelingt es, hautnah in fremde Kulturen einzutauchen. Kein Wunder also, dass die Sprache von der jeweiligen Kultur beeinflusst wird und sich Verhaltensformen insbesondere im Sprachgebrauch abzeichnen.
Dieselbe Sprache kann auch schon innerhalb eines Landes stark sowohl in Aussprache als auch in Wortwahl variieren. Regionale Dialekte zeichnen sich nicht selten durch die jeweiligen kulturellen Bräuche ab. Dieses Phänomen lässt sich im Fachjargon auch als regionale „sprachliche Disparität“ benennen.
Kulturelle Sprachformen in Deutschland
Auch innerhalb Deutschlands gibt es verschiedene Dialekte, die von deutschen Muttersprachlern, die nicht aus der jeweiligen Region stammen schon unverständlich sind. Aus der unterschiedlichen Kultur ergeben sich auch spezielle Redewendungen in der Sprache. Ein Norddeutscher wird kaum wissen, was „Vesper“ ist und im besten Falle davon ausgehen, dass von einem kleinen italienischen Roller, der Vespa, die Rede ist. Ähnliches gilt auch für das „Zurzeln“ – auf das Enthäuten der typisch bayrischen Weißwurst bezogen- was niemand außerhalb von Bavaria verstehen wird.
Neben der Aussprache lassen sich auch regionale Unterschiede im Sprechtempo feststellen. So sagt man beispielsweise den Leuten vom Land nach, dass sie generell ruhiger und ausgeglichener seien als Stadtmenschen, die hektischer und schneller sprechen. Ebenfalls seien „Landeier“ aus Freude am Tratsch redseliger.
Spanglish als Ausdruck kulturellen Verständnisses
Englisch prägt als erste Weltsprache viele Kulturen und zeichnet sich weltweit im alltäglichen Sprachgebrauch ab. Insbesondere in den zu den USA grenznahen Staaten Mexikos „schwappt“ die Nachbarsprache immer wieder über und eine Vermischung der beiden Sprachen Englisch und Spanisch ist zu beobachten. Dies ist analog zu der besonders häufigen Vermischung in der kulinarischen Welt: Die Tex Mex Küche mit Tacos ist in den USA genauso alltäglich, wie in Mexiko selbst, nur eben geschmacklich variiert.
Im sprachlichen Alltag kommt es oft vor, dass Jugendliche aus Lateinamerika Anglizismen in ihre Muttersprache einbauen. So werden besonders tolle Dinge beispielsweise mit „super nice“, „super cool“ oder „super bien“ ergänzt. Die Teenies wollen sich damit oftmals von der älteren Generation abheben, die des Englischen nicht mächtig ist.
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